Weinvokabular

Weinvokabular

Hier finden Sie das Grundvokabular,  mit dem Sie auch bei Ihrem Weinhändler Eindruck erwecken und Ihrer Vorstellung von einem guten Wein Ausdruck zu verleihen! Um einen Wein richtig beurteilen zu können, insbesondere jemanden einen bevorzugten Wein richtig beschreiben zu können ist ein Kunst für sich.

Unser kleines Weinvokabular soll Ihnen einen Überblick und die Definition grundlegender Begriffe bei einer Weinverkostung näherbringen. 

A

Abgang: Je nach Weinqualität mehr oder weniger anhaltender oder intensiver Nachgeschmack nach dem Schlucken des Weines. Man spricht von einer Nachhaltigkeit oder Banalität des Weines bishin zum Finish, dem Endgeschmack.

Adstringent: Wein, der sich deutlich spröde und rau anfühlt, weil er einen hohen Tanningehalt, einen hohen Säuregehalt oder beides zusammen aufweist.

Alkoholisch: Wenn der Eigengeschmack eines Weines durch den Alkoholgehalt nicht herausgeschmeckt werden kann.

Animalisch: Das Bukett mancher Rotweine erinnert an Wild oder Stall. Oft eine Charaktereigenschaft bestimmter Rebsorten oder weist bei einer zu hohen Aufdringlichkeit auf einen Weinfehler hin.

Ansprechend: "Dieser Wein schmeckt mir". Der Beginn einer Romanze? s.a. Gefällig

Aroma: Geruchskomponente, ausgehend von der verwendeten Rebsorte

Ausbau: Reifung zwischen der Gärung (Most oder Maische) und der Flaschenabfüllung. Entscheidend für das Bukett

Ausdrucklslos: uninteressanter Wein

Ausgewogen: Wein, bei dem alle Bestandteile (Alkohol, Säure, Tannin und die Süsse) im richtigen zueinander Verhältnis stehen und keiner dominiert oder stört

Ausgezehrt: Wenn ein Wein seine jugendliche Fruchtnote verloren hat und der Säuregehalt dominiert. Der Wein besteht nur noch aus Haut und Knochen

B

Bacchus: römische Gottheit des Weins. Griech.: Dionysos. Außerdem Name einer Weissweinrebe (Neuzüchtung) für leichte, fruchtige Weine

Balance: Das Gleichgewicht der Süsse (Zucker, Alkohol und Glycerin) und Säure bei Weissweinen, bei der Balance von Rotweinen kommt noch die Tannin- Komponente hinzu. Ist die Balance gegeben spricht man landläufig von der Harmonie des Weines.

Barrique: Eichenfässer, in denen der Wein gelagert wird und dem Wein den typischen Vanillegeschmack verleihen

Bianco: Weisswein

Biß: Mehr oder weniger intensives Geschmackserlebnis auf der Zunge

Bitter: Dominater Tanningehalt. Dieser Wein sollte noch ein paar Jahre liegen. Noch ist nichts verloren

Blindprobe (Blind Degustation): Verdeckte Weinverkostung. Herkunft des Weines darf bei der Verkostung nicht erkennbar sein.

Böckser: Weinfehler. Da hat der Winzer was verbockt

Brandig: Unsauberer und frisierter Weingeschmack. Oft zu stark chapitelisierter Wein (Mostzuckerung)

Bukett (Bouquet /​ Blume): Gesamtheit der Aromen, die nach dem Fass- und Flaschenausbau entstanden sind. Das Spektrum reicht von bukettarm bis bukettreich, parfümiert bis aufdringlich

Breit: Körperreicher Wein, fett, stark, "muskulös"

C

Cassis: Aroma der schwarzen Johannisbeere, typisch für einen Caberent Sauvignon

Chapitalisieren: Verbesserte Alkoholausbeute bei der Gärung durch die Zugabe von Rohrzucker zum Most

Charakter: Unverwechselbare Merkmale guter Weine, die durch tradierte Weinerzeugung und Ausbaumethoden bestimmt werden.

Charmant: Ein Wein mit guten, aber nicht überzeugenden Ansätzen. Ein vorsichtiges Kompliment. Auch Ausdruck für eine angenehme Süsse des Weines.

Cru: Weine aus einer etablierten Einzellage oder von einem herrschaftlichen Weingut (Bordeaux). Synonym für Spitzenwein

D

Degorgieren (Enthefen): Entfernen des Hefesatzes beim Champagner nach der Flaschengärung

Degustation: Weinverkostung mit anschließender Beurteilung

Dekantieren: Behutsames Umfüllen des Weines in eine Karaffe. Ziel des Dekantierens ist es den Wein vom Depot (Bodensatz) zu trennen. 

Dünn: wässriger und körperloser Wein, aber nicht auf den Alkoholgehalt bezogen, da spricht man von "leicht".

E

Eisenhaltig: leichter metallischer Geschmack. Charakter eines eisenhaltigen Bodens

Elegant: Der Wein im Gleichgewicht, feinste Qualität. Da stimmt die Finesse

Entrappen: Trennen der Trauben von den Kämmen und Stielskeletten. 

Erdig: Boden oder Erdgeschmack. Kann Carakterbildend sein. Zuviel zerstört diesen.

Essigton: Der Feind für Nase und Gaumen. Aggressiv.

F

Fasrig: dünnes und unausgewogenes Bukett. Aromen schwach und getrennt wahrnehmbar

Fest: Charakter für Weine mit hohem Reife- und Alterungsgrad. Starker Geschmackseindruck von Säure, Herbheit und Kraft

Finesse: Anderer Ausdruck für elegante Weine

Flach: Der Ausdruck eines Weines ist nicht wahrnehmbar. Kein Ausdruck in Nase und Gaumen

Frisch: Weine mit natürlichen und jungem Charakter

Fruchtig: Weine mit Duft nach frischen Trauben oder Beeren.

G

Geröstet: Geruchskomponente wie ein warmer Erdboden

Gefällig: ansprechender Wein

Grün: ein unreifer, junger Wein mit hohem Säuregehalt.

Griffig: positiver Ausdruck für die Frische der Säure in einem Wein

H

Harmonisch: Ausgewogenheit der Geschmackskomponenten

Herb: Trockene Weine

Hohl: Wenn zwischen dem Eindruck auf der Zunge (Biß) und dem Abgang (Nachgeschmack) nichts passiert.

Hölzern: Der Wein wurde zu lange im Holzfass gelagert. Holzgeschmack dominiert.

I

Interessant: Höfliche Formulierung für einen mittelmäßigen Wein

K

Komplex (vielschichtig): Wein mit zahlreichen Aromen und Geschmackseindrücken. Einer für die Qualität eines Weines ausschlaggebender Faktor.

Körper: Gesamteindruck des Weines

Körperreich: Wein mit erhöhtem Alkoholgehalt in Kombination mit einer Reichhaltigkeit an Aromen bzw. Extrakten. Voluminöser Eindruck

Kurz: Kurzandauerndes Geschmacksempfinden beim Abgang.

Kantig: unharmonischer Wein

L

Lang: andauernder Nachgeschmack. Man spricht hier auch vom Schwanz des Weines

Lebhaft: Ausdruck für einen würzigen frischen Geschmackseindruck

Leicht: Weine mit geringerem Alkoholgehalt

Lieblich: Ausdruck für ein schönes und angenhemes Geschmackserlebnis oder für die Süsse eines Weines 

M

Mager: Dem Wein fehlt es an Konsistenz, am Zusammenhalt der Komponenten

Maderisiert: Ein oxidierter Wein, Wein besitzt ein Brauntönung

Matt: Dem Wein fehlt es an der nötigen Säure, fader Wein

Maulbeer: saftiger Fruchtgeschmack, etwas weicher als Cassis

Mineralisch: Geruch und Geschmack, der an Mineralien wie Schwefel und Kalk erinnert.

N

Nachhaltig: Länge des Finishes, des Endgeschmacks oder des Abganges

Nervig (rassig, sehnig): Ausdruck für einen Wein mit guter Lagerfähigkeit, sprich gute Konstitution

Neutral: Wein mit wenig Aroma

R

Rund: körperreich

Reichhaltig: Eindruck von Fülle

Robust: Ausdruck für einen kräftigen, herzhaften und gehaltvollen Gesamteindrucke eines Wein mit Tendenz zum Rustikalem

Rustikal: ein schlichter, urwüchsiger, deftiger Eindruck eines Weines

S

Samtig(Seidig): Weicher und harmonischer Geschmackseindruck  am Gaumen, gerade die Tannine wirken kaum spröde, sind nicht adstringent

Spritzig: Wein mit deutlichem rest an naturlicher Kohlensäure.

Süssreserve: geschwefelter Traubenmost um Weine zu süßen.

T

Tannin (Gerbstoff): Ruft ein leicht pelziges Mundgefühle hervor. Tannin ist Bestandteil jedes Weines. Im Rotwein in größeren Mengen, da das Tannin (weich) bei der Gärung von der Beerenhaut in die Maische übergeht. Zudem werden beim Ausbau im Holzfass weitere Tannine gelöst.

Trocken: Durch Tannine (Gerbstoffe) entstehendes trockenes Mundgefühl

Textur: Beschreibung des Mundgefühls eines Weines: seidig, wässrig

U

Üppig: körperreiche, mundfüllende Textur

V

Voll: sehr aromatischer Wein

W

Warm: süßlicher Wein mit relativ viel Alkohol

Würzig: Wein mit ausgeprägtem Gewürzaromen